Eurevinq in Salgesch PDF
Wolfgang Rademaker, der deutsche Projektleiter des EU Projektes „Eurevinq“ äusserte sich begeistert über den Empfang, den das Weindorf Salgesch den europäischen Eurevinq Delegierten in den vergangenen Tagen bereitet hatte. „Nach Salgesch kehre ich immer wieder gerne zurück“, sagte Wolfgang Rademaker am Ende des Eurevinq Kongresses in Salgesch.

Während drei Tagen entdeckten die Eurevinq Delegierten aus zehn europäischen Ländern Salgesch und Umgebung. Nationale und internationale Experten der Weinbranche und der Bereiche Marketing und Vertrieb wurden zur Versammlung der Delegierten des europäischen Ausbildungs-Lehrganges für Winzer nach Salgesch eingeladen.

Nachdem Staatsrat Jean Michel Cina die Wissenstage am Donnerstagabend, 11. September 2008 um 19.00 Uhr eröffnete und die europäischen Delegierten aus der Wein-Industrie und dem Tourismus persönlich im „Hof“ von Salgesch begrüssen konnte, lernten die Delegierten die Weine von Salgesch ein erstes Mal kennen. Die europäischen Eurevinq Delegierten wurden auch Zeugen eines symbolischen Aktes: der Schweizerische Projektleiter des Eurevinq Anlasses André Schläfli und die Leiterin des Lernfestivals Ruth Jermann überreichten Staatsrat J. M. Cina und dem Gemeindepräsidenten von Salgesch Urs Kuonen, den „Baum des Wissens“. Dieser Baum des Wissens wurde in einer feierichen Zeremonie in der Nähe des Gemeindehauses von Salgesch gepflanzt und steht symbolisch für das Wissen, welches im Rahmen des Eurevinq Projektes ausgetauscht und gelernt wird. Der „Baum des Wissens“ steht auch allgemein für die Förderung des Wissens und des Lernens. Er nimmt nun im Leben des Weindorfes Salgesch einen wichtigen Platz ein.

Am vergangenen Freitag Nachmittag leitete Othmar Stäheli, Chefredakteur der Schweizer Weinzeitung, die Eurevinq-Panel Diskussion. Es diskutierten und referierten Wein- Experten in Salgesch zu einer Vielzahl von Themen.

Prof. André Rawyler, stellte in seinem Kurz-Referat wichtige Forschungs-Ergebnisse vor, welche die Ecole d’ingénieurs de Changins zum Thema „Holz-Geschmack im Wein“ in Auftrag gegeben hatte. Die zahlreichen Zuhörer in Salgesch nahmen zur Kenntnis, das Holz-Geschmack im Wein leider nicht nur durch die Lagerung des Weines im Eichenfass entsteht, sondern auch durch entsprechende Zugaben (Holz-Schnitzel, Aromen) erzielt werden kann. Natürlich wenden diese Methode die Winzer von Salgesch nicht an, aber Weine aus zahlreichen anderen Regionen werden in dieser Form hergestellt.

Prof. Jean-Philippe Burdet, Professor an der Ecole d’ ingénieurs de Changins sprach zum Thema integrierte Produktion von Weinen. Immer mehr Winzer konzentrieren sich auf diese ursprüngliche und wieder moderne Form der Wein-Herstellung. Seine interessanten Ausführungen führten zu zahlreichen Fragen an den Referenten durch den Moderator des Anlasses, Othmar Stäheli, Chefredaktor der Schweizerischen Weinzeitung. Einem aktuellen und brisanten Thema widmeten sich die beiden Co-Referenten S. Fabre und H.U.Pfenninger, beides Professoren der Ecole d’Ingénieurs de Changins. Sie befassten sich mit den Auswirkungen der Klima-Veränderungen auf die Qualität des Weines. Das Thema stiess besonders bei einigen südländischen Eurevinq Delegierten aber auch bei den Winzern von Salgesch und den übrigen Zuhörern auf grosses Interesse.

Danach schlug die Stunde des schweizerischen Trendforschers in Sachen Weine: der Wein-Experte Hans Bättig referierte in einer fulminanten und ausführliche Darbietung zum Thema „Weinprofile als Spiegel des Konsumentenverhaltens“. Der Wein-Experte überraschte mit Zahlen und interessanten Entwicklungen aus dem schweizerischen und europäischen Weinmarkt. Dabei wurde erkennbar, dass das Weindorf Salgesch seine Weine richtigerweise im Premium-Markt positioniert hat, des am stärksten zunehmenden Markt-Segmentes der Rotweine.

Eurevinq – ein innovatives Weiterbildungsangebot
Das Pilotprojekt Eurevinq wurde 1995 von der europäischen Union in Brüssel ins Leben gerufen. Zielsetzung des Projektes ist es, allen Winzern und professionellen Abnehmern in Europa bis zum Jahr 2010 ein innovatives Weiterbildungsangebot zur Verfügung zu stellen. Arbeitsgruppen mit Teilnehmenden aus 13 Institutionen aus zehn europäischen Ländern - unter anderem aus Deutschland, Polen, Bulgarien, Spanien, Frankreich und der Schweiz – waren und sind seitdem an der Ausarbeitung eines standardisierten Zweitausbildungs-Lehrganges für Winzer beteiligt. In den vergangenen Jahren haben auch verschiedene Salgescher Wein- und Tourismus-Experten an europäischen Workshops teilgenommen und neue Erkenntnisse über Rebbau, Kelterung, Tourismus und Vinifzierung gewonnen. Dabei wurden auch Erfahrungen mit dem Ausbau neuer Vertriebskooperationen, mit Direktvermarktung via Internet und den Besonderheiten des europäischen Weines ausgetauscht.

Ab 2010 sollen die standardisierten Zweitausbildungs-Lehrgänge mit den Modulen Wein & Kultur, Wein & Tourismus, Wein & andere Produkte ect. an verschiedenen Ausbildungs-Instituten in Europa angeboten werden. Bei erfolgreichem Abschluss des Lehrganges, erhalten die Teilnehmenden ein europäisches Zertifikat.

Schweizer Lernfestival „Gut zu wissen“
Neben dem Eurevinq-Kongress findet vom 5. bis zum 14. September 2008 in der Schweiz unter dem Motto „Gut zu wissen“ das fünfte Lernfestival statt. Das Lernfestival ist eine nationale Sensibilisierungskampagne für die Weiterbildung: An insgesamt über 1200 Veranstaltungen wird auf unterschiedliche Arten das Lernen gefeiert. So auch in Salgesch!


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